Besonders gefreut haben wir uns auch über den Besuch von Prof. Dr. Günter Mey von der Hochschule Magdeburg-Stendal, der mit einem fachlich-inhaltlichen Impuls den Weg bereitet hat für eine angeregte Diskussion rund um das Projektvorhaben und die kommenden Schritte.
In seiner Rolle als als Jugendkultur-Forscher und Experte für Kindheits-, Jugend- und Generationenforschung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst betonte Prof. Dr. Mey eingangs, wie wichtig es für das Heranwachsen ist, Kindern/Jugendliche zu „trauen“ und ihnen etwas „zuzutrauen“. Sie also überhaupt erst ernst zu nehmen. Und dazu gehört, ihnen eigenen Räume zu überlassen – und das meint ihnen diese überhaupt anzubieten.
Weiter bekräftigte er das KUNSTITUT-Vorhaben mit den Worten „Kunst & Kultur kann hier ein wichtiger Bezugspunkt sein. Kultur-ästhetische Bildung meint, den Kindern & Jugendlichen Erfahrungsräume anzubieten, Dinge (und damit Sichtweisen zu sich & der Welt) zu erzeugen, Dinge zu manipulieren, zu verändern, und sich darüber auszudrücken, aber auch ihre Erzeugnisse (und Perspektiven) mitzuteilen. Teilen mit anderen in einem sozialer-gemeinschaftlichen Prozess.“
Neue Erfahrungsräume, Gelegenheitsstrukturen und Rollenbilder zu ermöglichen, anzubieten und zu etablieren, genau darum geht es beim KUNSTITUT und seinen gläsernen Ateliers. In einer anregenden Diskussion tauschten sich dich Anwesenden zu den verschiedensten Fragestellungen aus, die sich um das Projektvorhaben und die Umsetzung kreisten: Welche Rolle kann das KUNSTITUT einnehmen? Was kann es nicht? Wo, wie und mir wem sollen weitere gläserne Ateliers als nächste Projektstandorte gegründet werden?
Drei Orte haben sich im Laufe der Ausstellung, in Kartierungen und in Gesprächen herauskristallisiert: Sowohl in Beetzendorf, in Arendsee, wie in Kalbe (Milde) gibt es eine bereits bestehende engagierte Akteurslandschaft, die den Weg bereitet und großes Interesse an weiteren gläsernen Ateliers an ihren Standorten. Hierfür wird es in naher Zukunft weiterführende Gespräche und Planungsschritte geben.
Außerdem immer mit im Blick: die Ergebnisse, die durch Befragungen und in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen als Besucher:innen der Mit-Mach-Ausstellung zustande gekommen sind.
Mit rund 500 Besuchenden und über 100 ausgefüllten Steckbriefen gibt es einen spannenden Erkenntnisgewinn zu Lieblingsorten der Kinder und Jugendlichen und was diese aussmachen (z.B. freie Orte in der Natur, soziale Orte als Treffpunkte, Räume die Kreativität ermöglichen), ihren Kenntnissen und Fähigkeiten, die bereits haben oder lernen möchten (z.B. Malen, Zeichen, Leute zum Lachen bringen, Probleme lösen, Teamwork) sowie Wünsche an einen gelungenen Atelierraum (z.B. Bewegungsmöglichkeiten und viele verschiedene Materialien für kreatives Arbeiten).
Und wie geht’s jetzt weiter? Die Mit-Mach-Ausstellung im Kunsthaus Salzwedel ist zu Ende. Doch: Eigentlich ist’s gar kein Ende – denn jetzt geht’s erst richtig los!
Genauso, wie die Ausstellung, die Tag für Tag weiter gewachsen ist und sich geformt hat, ist auch unsere KUNSTITUT-Mission bereit zu wachsen, über sich selbst und aus dem Kunsthaus hinaus – wir stehen in den Startlöchern!
Symbolisch dafür haben wir zum Ende der Veranstaltung noch eine selbst gestaltete KUNSTITUT-Rakete starten lassen – mit den besten Wünschen und geballter Gemeinschaftspower für 2026…wir freuen uns drauf!
